Wolfkisses

Wolfkisses – Ankunft der Jäger | Katania de Groot

Werwölfe sind schon lange nicht mehr die blutrünstigen Bestien, die wir aus Fabelgeschichten kennen. Ganz im Gegenteil. Unentdeckt leben drei Clans unter den Menschen in L.A. Auch wenn sie sich untereinander nicht immer wohlgesonnen sind, der Mensch hat nichts vor den Werwölfen zu befürchten.
Trotzdem werden sie noch immer gejagt. Und als wäre es nicht schon schlimm genug einen Jäger in der Stadt zu haben, ist wegen einer Hochzeit gleich eine ganze Jägergeschaft in L.A.

In diesem Moment war es gut möglich, dass sich außer ihr kein einziger Werwolf in der Stadt befand. Welch Ironie, dass sie ausgerechnet auf einer Veranstaltung voller Jäger festsaß. Seite 159

Werwölfe und Jäger

Wir verfolgen verschiedene Erzählstränge in Teil eins von Wolfkisses, was mir gut gefallen hat.
Die zwei stärksten Geschichten gehen von Becca und Luke aus.
Becca, Werwölfin, hat das Unglück als Personenschützerin von Alex zu arbeiten, einem Jäger.
Während Luke, der mit seinem Werwolfsdasein nicht viel zu tun haben möchte und deswegen in der Rangordnung weit unten steht, sein Herz an Sofie verliert. Diese widerum hat genug vom Alphaverhalten von Werwölfen und möchte mit ihnen nichts mehr zu tun haben.

Kleinmachen, ducken, unauffällig sein. So kam Luke am besten durchs Leben. Er gab kein Ziel ab, das sich zu bekämpfen lohnte. Seite 7

Interessant sind die verschiedenen Stränge miteinander verwoben und geben immer mehr Details über die drei unterschiedlichen Werwolf-Clans, die Hierarchien und die Jäger frei. Das hat mir gut gefallen und Spaß gemacht. Ich hätte gerne noch mehr darüber erfahren, warum aus dem einst großen Clan nun drei Clans geworden sind, leider gab es dafür aber keinen Raum. Es wurde angedeutet und ich habe meine Schlüsse gezogen, hätte aber besser gefunden, wenn meine Annahmen deutlicher bestätigt würden. Ich bin aber positiv gestimmt, dass das im Folgeband noch weiter vertieft wird.

„Hast du ihn dir einmal angesehen? Das ist kein Werwolf, er ist eher so etwas wie ein Wer-Golden Retriever.“ Seite 186

Gut gefallen haben mir auch die Frauen in diesem Buch, allen voran Becca und Cassidy. Starke Persönlichkeiten, die nicht gleich den Verstand verlieren, sobald ein gutaussehender Mann daher läuft. Das fand ich toll, ist es im Fantasygenre doch eher rar und mit einer der Gründe, warum ich bei Fantasy oft zurückhaltend bin.
Überhaupt sind alle Figuren und ihre Verbindungen sehr gut ausgearbeitet. Und sie sind zahlreich, ich empfehle Stift und Papier, um die Verbindungen zu visualisieren und selbst zu entdecken, wer Werwolf und wer Jäger ist. Alternativ kann man sich ansonsten aber auch mit den Personenverzeichnis auf Katas Website helfen.

Das kleine Aber

Während ich der Beziehungsentwicklung von Sofie und Luke komplett folgen konnte (auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass die Entwicklung noch länger dauert, aber das ist einfach persönlicher Geschmack), fehlte mir bei Becca und Alex leider einiges an Tiefe. Da war ich an mancher Stelle überrascht über die prompten Entwicklungen und hätte mir hier nicht nur mehr Zeit für die Entwicklung gewünscht, sondern finde, dass sie nötig gewesen wäre.
Auch fand ich die Gaben der Wölfe und Jäger, sich gegenseitig erkennen zu können, nicht immer nachvollziehbar. Mal funktioniert es, mal nicht – ich konnte hier leider nicht immer verstehen, warum und wann es klappt und wann nicht. So wirkte es auf mich leider sehr willkürlich, an mancher Stelle sogar bedarfsmäßig.

Mein Fazit: Vorfreude auf Teil 2

Nichts desto trotz, hat mir das Buch sehr gefallen und Spaß gemacht. Ich hatte Freude beim Lesen und nicht nur wegen des gemeinen Cliffhangers fiebere ich gespannt dem nächsten Teil entgegen, in dem offenbar Cassidy mehr im Vordergrund stehen wird, was ich toll finde, denn sie war mir schon im ersten Teil sehr sympathisch.

Positiv zu erwähnen sei auch noch der Umgang mit Triggerwarnungen. Kata schafft hier ein wunderbares und schönes Beispiel, wie man es machen kann. In diesem Artikel erklärt sie ausführlich ihre visuellen Triggerwarnungen; sehr lesenswert.


Weitere Rezensionen:

„Mich überzeugte das Buch durch einen sehr angenehmen Schreibstil und eine tolle Storyline, die mich einfach mitriss!“ Ann-Sophie von Reading is like taking a journey

„Obwohl es mir am Ende zu wenig Werwolfaction war, konnten mich vor allem der unkonventionelle Verlauf der Geschichte, die authentischen Charaktere und der Cliffhanger noch überzeugen!“ Anna von Ink of Books

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