Keine Leiche kein Problem Per Sander

Keine Leiche, kein Problem | Per Sander

Nur ein paar Zentimeter vor ihm blieb Schnörres stehen und musterte seinen Kollegen.
„Wat willste denn mit nem Lötkolben, du Hohlbirne?“
Bäckchen zuckte mit den Achseln. „Lag da grad.“
„Willste ihn zu Tode löten?“ Schnörres lachte herb.
„Meine Fresse! Ich hab halt dat Erstbeste gegriffen!“ Bäckchen wirkte ernsthaft beleidigt.
„Dat is dat Erstbeste? Wat war’n deine zweite Wahl? Ne Bastelschere?“

Klappentext

Dass das Leben nur selten so will wie er, hat Patrick schon vor einiger Zeit akzeptiert – aber nach Hause zu kommen und seine Teenager-Töchter über der Leiche des Mathe-Nachhilfelehrers zu finden, ist selbst nach seinen Maßstäben ungünstig.

Dass ein Büro direkt über einem Bordell in Duisburgs Rotlichtviertel nicht unbedingt der beste Standort für ihre Privatdetektei ist, ignoriert Nergiz gern – doch dann bricht sich einer ihrer wenigen Klienten nach einem Streit um die entsprechende Bezahlung auf der steilen Treppe das Genick. Natürlich, ohne sie bezahlt zu haben.

Wie der Zufall so will, haben beide dieselbe Idee, wo und wie man eine Leiche am besten loswird. Und damit fangen die Probleme an …

Meine Meinung

Auf dem Buch steht kein Genre. Und ich verstehe warum, denn es lässt sich nicht ganz so einfach einordnen. Am ehesten wohl als eine Art Krimikomödie. Wobei bei Krimis immer ein Mörder gesucht wird, und wer die Mörder sind, ist in „Keine Leiche, kein Problem“ immer relativ schnell klar.

Aber Krimi beschreibt am ehesten die doch relativ blutigen Situationen, gespickt mit zwielichtigen, aber durchaus sympathischen Figuren – Detektive, Polizisten und Kriminelle. Also Krimi. Irgendwie. Und Komödie, weil dieses Buch einen unglaublich guten Humor hat. Gekonnte Situationskomik, triefend schwarzer Humor, charmanter Wortwitz.

„Na ja, jetzt bleibt uns halt nichts anderes übrig, irgendwann müssen wir’s ja hinter uns bringen. Willst du hinten an die Leichencannelloni und ich übernehme vorn?“
„Hast ausgerechnet du gerade Leichencannelloni gesagt?“, fragte Nergiz.
„Ist ein Teppich mit Leichenfüllung.“ Patrick zuckte mit den Schultern.

Man muss natürlich etwas für schwarzen Humor übrig haben, aber wenn man das hat, dann wird man wirklich gut unterhalten.

Interessant ist auch der Erzählstil. Rückblenden und dann wieder Teile in der Gegenwart, immer aus anderen Perspektiven. Und alle Charaktere so clever miteinander verwoben, ohne dass die Charaktere es selbst merken.
Ich war ganz begeistert von Episoe 8 und 9, in der diese Wegkreuzungen der Charaktere so wunderbar grandios stattfindet, dass es mich schlichtweg begeistert umgehauen hat.

Keine Leiche kein Problem Per SanderUnd auch das ist eben eine Besonderheit. In diesem Buch gibt es keine Kapitel, sondern Episoden. Der erste Band selbst ist nicht etwa mit Band 1 betitelt, sondern mit Staffel 1. Es funktioniert perfekt als Buch, könnte aber genauso gut auch die Niederschrift einer Fernsehserie sein. Lockere Unterhaltung, keine Frage, aber großartig in seiner Ausführung.

Wunderbar auch, wie Per Sander mit Stereotypen spielt. Diese einsetzt, um sie dann bewusst aus ihrem gewohnten Klischee herauszureißen.
Und mit den beiden Hauptprotagonisten Patrick und Nergiz zwei Charaktere, die so wunderbar miteinander funktionieren, dass man nur hoffen kann, dass die nächste Leiche nicht lange auf sich warten lässt. Starker Frauencharakter mit zynischem Kerl ist für mich einfach eine Kombination, die ich immer wieder unterhaltsam finde.

Ein absolut gelungener Auftakt, dessen Nachfolger zu meinem Glück schon abgeschlossen sind. Es kann also so bald wie möglich weiter gehen.

Wer Bock auf lustigen Lesestoff hat und keine Angst vor den blutigen Machenschaften in Duisburg, der kann hier getrost zugreifen und wird sicher nicht enttäuscht.


Weitere Meinungen

Janna von KeJas Blogbuch – wegen ihr habe ich mir das Buch überhaupt erst besorgt

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7 Gedanken zu „Keine Leiche, kein Problem | Per Sander

  1. Sina sagt:

    (Problem behoben, ich kann wieder kommentieren! :D … hab zwar keine Ahnung, was das Problem war, aber es ist weg. Ein Hoch auf die Technik!)

    Meine Weihnachts-Buch-Wunschliste wächst immer länger und länger … ich muss einfach mal aufhören, Rezensionen zu lesen :D

    • MlleFacette sagt:

      Vielleicht hatte die Technik gestern ihren persönlichen Montag. :-D

      Haha! Das kenne ich. Geht mir ganz genauso. Kann trotzdem nicht aufhören. Wenigstens hat man so genug Bücher auf der Leseliste für den Ruhestand. ;-)

  2. Janna | KeJas-BlogBuch sagt:

    Hach sooo schön, das dir das Buch ebenso gefällt wie mir und der Humor dir zusagt! Ich finde diesen Trilogie-Auftakt wirklich gelungen und die folgenden zwei Staffeln warten bereits auf meinem SuB. Eine tolle Rezension, die mich zum lesen verführt hätte – wenn ich es nicht schon gelesen hätte ;)

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