Ich komme mit

Ich komme mit | Angelika Waldis

Der Himmel ist riesig. Es windet, es rauscht. Man surft, man kitet. Es schreit, es möwt. Man döst, man schäkert. Es flimmert, es schäumt. Der Sand ist weiß.S. 16

Lazy ist jung, Student und verliebt. Und verrückt. Verrückt nach seiner Freundin, verrückt nach dem Leben, dem Abenteuer. Und dann ist Lazy krank und nichts geht mehr. Er flieht, bricht aus, versucht der Krankheit keinen Platz zu geben. Landet letztendlich aber doch wieder zu Hause in der Torstraße, wo die alte Vita neugierig ihre Nase in Lazys Leben steckt. Vorsichtig zwar, aber nicht vorsichtig genug, denn die beiden frühstücken, philosophieren und werden schließlich zu Freunden. Die gemeinsam einen letzten Urlaub machen, bevor sie die letzte große Reise antreten: das Sterben.

Meine Meinung

… sie legt die Hände auf die Fensterlein und sperrt den Mond aus, morgen wird sie in einen weiteren Tag steigen, er wird grau sein, sie gehört nicht zu denen, die blaue Tage haben, rote, gelbe … farbige Tage hat man nur, wenn man liebt. S. 43

Was für ein Buch! Was für ein Schreibstil!
Es hat mich umgehauen. Es war großartig. Ich liebe es.
Angelika Waldis hat da ein Bild einer Freundschaft eingefangen, die so unglaublich herzerfüllend ist, so echt, dass man zerrissen wird, von der Tatsache, dass alles endlich ist. Das Leben, die Liebe, Freundschaften. Aber das nichts unmöglich ist, solange nur ein bisschen Hoffnung besteht.

Manche Leute planen ihr Leben wie ein Auflaufrezept und schieben sich dann in den Ofen. Die meisten haben Erfolg damit, zumindest haben sie eine achtbare Bezeichnung, Herr Doktor Sahnesoufflé, Herr Direktor Lachsgratin. S.91

Ich habe dieses Buch keine Sekunde als kitschig empfunden, auch wenn die Thematik dazu neigen könnte. Angelika Waldis schreibt ehrlich und bodenständig. Irgendwie poetisch, aber nicht blumig. Eine wunderbare Mischung, die ich sehr gerne mag und die mich in Teilen an Wolfgang Herrndorf, Fredrik Backman oder Matt Haig erinnert.
Mit wenigen Worten schafft sie es ein Gefühl zu vermitteln, gleichzeitig melancholisch als auch fröhlich. Bittersüß eben, wie das Leben so ist.

Denken bekommt mir nicht. Ist ja so, dass sich die Denke meist mit der Zukunft befasst, und vielleicht hab ich keine, was soll dann die Denkerei. Lesen, das geht. S. 96

Mein Fazit

Ein neues Lieblingsbuch, eine wunderschöne Geschichte, die ich noch sehr oft verschenken werde.
Umso fröhlicher bin ich, weil ich dachte Ich komme mit sei ein Debüt. Ist es aber gar nicht. Es gibt schon einige weitere Bücher von Angelika Waldis, die ich mir ganz bald noch genauer anschauen werde.

Leben ist, wenn man sterben das Letzte findet. S. 171


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Vielen Dank an vorablesen, bei denen ich das Buch zur Rezension gewonnen habe.

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