Paula Hawkins Girl on the Train

Girl on the train | Paula Hawkins

Zusammen mit Kerstin und Janna von KeJas Blogbuch, Sven, Uli und Kerstin habe ich das Jahr mit einer Zugfahrt begonnen. „Girl on the Train“ war das Buch der Wahl in dieser Leserunde, die wieder eindrucksvoll bewiesen hat, wie sehr gemeinsam lesen Spaß macht.

Der Inhalt

Rachel pendelt jeden Tag mit dem Zug in die Stadt – zur Arbeit und wieder zurück.
Dabei hält der Zug oft vor dem Haus von Jess und Jason.
Die nicht wirklich Jess und Jason heißen, denn Rachel kennt sie nur durch das Zugfenster aus der Ferne. Sie hat ihnen Namen gegeben und in ihrer Phantasie überlegt, welchen Jobs die beiden nachgehen, was für Hobbies sie haben, was für ein tolles Ehepaar sie sind.
Rachel bewundert Jess und beneidet das Paar. Ist ihre einst so großartige Beziehung doch zerbrochen und hat sie selbst als Häuflein Elend zurück gelassen.
Als Jess‘ Foto eines Tages in der Zeitung abgedruckt ist, zusammen mit der Überschrift, dass sie vermisst wird, entwickelt sich Rachels Obsession um das Paar und darum Jess‘ Verschwinden aufzuklären, zu einem gefährlichen Unterfangen.
Schnell wird klar, dass nichts ist wie es scheint und dass das in Rachels Augen perfekte Paar, doch nicht so perfekt war. Aber auch Rachel hat einiges zu offenbaren.

Meine Meinung

Ein wirklich spannender Plot, der mich bis zuletzt immer wieder überrascht hat und jeden verdächtig wirken lässt; dazu dunkle Geheimnisse aller Protagonisten die tief in dunkle Seelen blicken lassen.
Außerdem eine unglaublich interessante Erzählweise: Nur aus der Sicht der drei Hauptprotagonistinnen wird der ganze Fall um die vermisste „Jess“ erzählt und aufgeklärt.
Angefangen mit Rachel, über Auszüge aus „Jess'“ Vergangenheit bis hin zu Anna, der neuen Frau von Rachels Ex-Mann, dessen Haus sich in derselben Straße befindet, wie das Haus von „Jess“ und ihrem Mann.
Abwechselnd bekommt man so einen Einblick in die Leben der drei Frauen, die so unterschiedlich scheinen, aber doch etwas gemeinsam haben, ohne es zu ahnen. So werden die Geschehnisse aus Sicht der Frauen, mit ihren unterschiedlichen Auffassungen und Wahrnehmungen wiedergegeben. Stück für Stück erfährt man warum Rachel, „Jess“ und Anna sind, wie sie sind und erhält gleichzeitig die Puzzlestücke, die es braucht das Rätsel um „Jess'“ Verschwinden zu lösen.

Was für mich persönlich beim Lesen etwas anstrengend war, war dass mir alle drei Frauen nicht so recht sympathisch werden wollten. Die Rollen und dadurch resultierenden Handlungen der Frauen waren wichtig für den Plot und seine Entwicklung und durchaus logisch und trotzdem wollte ich mit keiner so richtig warm werden. Keine der drei wäre eine Frau gewesen, mit der ich gerne mal einen Kaffee trinken gehen würde.
Die Geschichte war zum Glück packend genug, dass ich trotzdem unbedingt zu Ende lesen wollte.

Das Buch

Das Genre „Roman“ trifft es meiner Meinung nach aber nicht richtig. Ich würde das Buch eher in die Kategorie „Spannungsroman“ einsortieren – für einen Roman hatte es meiner Meinung nach doch zu viel Thrill-Elemente, für einen Thriller war es aber dann doch zu seicht. Ist aber sicherlich auch Geschmackssache.

Das Buch hat mich gut unterhalten und ich fand die Auflösung überraschend und spannend, allerdings war das Buch keins dieser Juwele, die man jedem weiterempfiehlt und weitere Bücher der Autorin sind erstmal nicht auf meiner Leseliste gelandet.

Der Film

Ach je, der Film.
Der Film hat die Stimmung durchaus getroffen und hat sich sehr an der Buchvorlage orientiert. Allerdings war er mir persönlich zu lahm. Mir fehlte Tempo, so konnte sich bei mir kaum Spannung aufbauen und ich habe es nur mit Mühe bis zum Ende geschafft.
Auch kam mir Rachels Obsession aus dem Buch nicht deutlich genug rüber. Diese ist aber ein wesentliches Element und Motor für die meisten ihrer Handlungen; das hat mir gefehlt – und auch dem Charakter. Sie wirkte im Film längst nicht so tief und vielmehr austauschbar. Das fand ich sehr schade.


Kerstins Meinung zum Buch | Jannas Meinung zum Buch

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Cary
Gast

Ich mochte das Buch total gerne – aber trotzdem stimme ich dir, sympathisch war keine der Frauen.

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[…] der spannenden Fahrt mit Girl on the Train ging es direkt weiter in den nächsten Zug. Einer von dem wohl jeder schon mal gehört hat: […]

Larissa
Gast

Hi,
das Buch fand ich auch besser als den Film. Den Film fand ich verwirrend vor allem für Leute die das Buch noch nicht gelesen hatten, war es nicht so leicht dem Film zu folgen.
Liebe Grüße #litnetzwerk
Larissa https://bucherliebe-hoch-zwei.blogspot.de/

-Leselust Bücherblog-
Gast

Hallöchen, Dieses Buch habe ich vor einer gefühlten Ewigkeit auch gelesen. Der Klappentext klang sooo gut und ich habe mich echt auf das Buch gefreut, wurde dann aber sehr enttäuscht. Mir hat das Buch leider nicht so gut gefallen. Nicht nur, dass mir genau wie dir, die Protagonisten unsympathisch waren. Mich hat vor allem gestört, dass Rachel so eine unzuverlässige Zeugin war, die ständig betrunken war und auf deren Wahrnehmungen man sich irgendwie nie verlassen konnte. Das hat mich so sehr genervt. Für mich war es weniger Spannungsroman oder Thriller, sondern mehr Einblicke in das Leben einer Alkoholikerin oder so.… Weiterlesen »

-Leselust Bücherblog-
Gast

Den Film habe ich übrigens noch nicht gesehen, aber nach deinen Worten dazu glaube ich auch nicht, dass ich mir den noch anschauen werde. ;)

Steffi
Gast

Hey,

das Buch fand ich auch echt gut. Und der Film… Der war so schnell vorbei und extrem verwirrend für Leute, die das Buch nicht kennen. Mein Mann fand den Film eher meh.
Tolle Rezension! :)

Hab einen tollen Abend.

Ganz lieben Gruß
Steffi von angeltearz liest

Gabi
Gast

Ich fand auch, dass bei dieser Geschichte niemand wirklich komplett sympathisch war. Überall gab es menschliche Schwächen, denen nachgegeben wurde. Umso erstaunlicher fand ich, dass ich das Hörbuch doch mit Vergnügen gehört habe und unterm Strich ein positiver Gesamteindruck dabei herauskam. Den Film hab ich nicht gesehen und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich das tun sollte. Bisher haben mir die allermeisten Buchverfilmungen nicht wirklich gut gefallen.
Liebe #Litnetzwerk-Grüße
Gabi

Jill von Letterheart
Gast

Huhu!

Eine sehr interessante Rezension, obwohl ich gerne ab und zu in dem Genre lese, habe ich selbst nie zu dem Buch gegriffen. Deine Aspekte klingen aber sehr interessant!
Viellicht halte ich es mir doch mal für zwischendurch offen ;)

Liebste Grüße <3 Jill

PS: Ich wollte eigentlich mal bei deinem Beitrag "Bloggestöber #4" vorbeischauen, allerdings wollte sich der Beitrag einfach nicht öffnen lassen, egal ob ich auf den Titel, "Weiterlesen", oder über die Kategorie raufgeklickt habe.

Janna | KeJas-BlogBuch
Gast

Oh ja, gemeinsam lesen ist einfach fein! Und lieben Dank fürs Erwähnen oben und dem Verlinken zur Rezension unten :-* Ich denke man muss Ant-Helden (um es mal platt auszudrücken) mögen, denn mir gefiel die ersten zwei perspektiven – nur die Dritte war mir fast gänzlich unsympathisch – aber das bin ich von der Autorin gewöhnt und mag u.a. ihre Bücher genau aus diesem Grund so gerne! Niemand ist perfekt, jede*r hat Geheimnisse …. Und es ist so lustig diese unterschiedlichen Eindrücke zum Film! Kerstin uns Sven hatten ihn sehr gerne gelesen, für mich war es ebenfalls so najaaa …… Weiterlesen »

Kerstin von KeJas-BlogBuch
Gast

Juchu, auf deine Rezension hab ich ja die ganze Zeit gewartet und du hast mich gleich wieder in das Buch geschickt – toll!
Sehr treffende Worte, besonders das mit dem Spannungsroman. Die Einordnung ist wirklich nicht einfach. Den Film fand ich ok, aber ohne den Hintergrund vom Buch hätte ich wenig bis nichts verstanden.
Bei den Charakteren gehen wir etwas auseinander, ich mochten sogar Anna.
Aber so soll es sein. Gehen wir besser mal einen Kaffee trinken :-)
Sehr schöne und treffende Rezension.
Liebe Grüße
Kerstin

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