Der Große Dinggang

Der Große Dinggang – Abstecher in die komische Lyrik

Im Sauerland, in dem gemütlichen Städtchen Menden, verbirgt sich eine wahre Perle eines Wettbewerbs. Perle, weil man einen solchen Wettbewerb, wie wir ihn gestern erleben durften, sonst nur in Kulturhochburgen wie Berlin, Münster oder Köln findet.
Aber die Fahrt ins Sauerland lohnt sich, denn der Große Dinggang steht den anderen Lyrik- und Literatur-Wettbewerben in absolut Nichts nach.

Am 25. Mai 2019 fand die bereits zweite Verleihung vom Großen Dinggang statt; dem Preis für komische Lyrik. Ein kurzweiliger Abend, der mit toller Show und Moderation und, selbstredend, großartiger humoristischer Lyrik begeisterte.

Moderiert von Janine Bauer und Peter P. Neuhaus, die beschwingt und charismatisch durch den Abend geführt haben. Es wurden keine Kosten und Mühen gescheut. Das bewies auch der Einspielfilm zu Anfang: Janine Bauer, in Begleitung eines unbekannten Sicherheitsagenten, die lange Wege auf sich nahm, um im goldenen Koffer den Jury-MitgliederInnen die über 2000 Einsendungen zu überreichen. Ein großer Spaß.

In der Jury: Corinna Stegemann (Autorin, frühere taz-Wahrheit-Redakteurin), Christian Maintz (Autor, Herausgeber und Dozent), Thomas Gsella (Autor, früherer Titanic-Chefredakteur) und Peter P. Neuhaus (Autor und Theatermacher). Alle mit Herz und Seele ihrer Aufgabe ergeben, den oder die AutorIn der besten bzw. komischsten Lyrik 2019 zu wählen. Und das merkt man dem Wettbewerb auch an.

Aber ein lyrischer Abend wäre nichts ohne Lyrik

Ist komische Lyrik ja bekanntlich komisch wenn man sie liest, ist sie bei der Lesung durch den Autor selbst, noch viel komischer.
Perfekt gesetzte Pointen, strapazierte Lachmuskeln. So soll es sein.
So haben die fünf Finalisten an diesem Abend mit ihrer Lyrik um die Gunst der Zuschauer gebuhlt, denn es galt auch den Publikumspreis „der kleine dinggang“ zu gewinnen.
Hier überzeugte Philip Saß, in diesem Jahr zum zweiten Mal in der Endrunde, das diesjährige Publikum mit seiner Auswahl an Lyrik über den Film Titanic, altersschwache Raubvögel, sowie Rosenkohl.

Neben dem Publikumspreis wurde an diesem Abend auch der Jurypreis, „Der Große Dinggang“, vergeben. Eine Entscheidung die bei diesen Finalisten sicher nicht leicht gefallen sein dürfte.
Mit schwarzhumorigen Texten über den Winter oder zum Veganertag setzte sich in dieser Kategorie Carsten Stephan durch.

Wer Lyrik zum Schmunzeln und Lachen mag, dem sei das Buch zur Verleihung 2019 mit allen Gedichten der Finalisten ans Herz gelegt. „Das Beste vom Guten“ heißt es auf dem Einband und das ist es absolut.

Wer neugierig geworden ist und auch mal einen Abstecher in die Welt der komischen Lyrik machen möchte, der sollte sich 2021 im Kalender markieren für die dritte Verleihung des Großen Dinggangs und die Website im Auge behalten. Der Abstecher ins Sauerland lohnt sich!

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Peter P. Neuhaus Letzte Kommentartoren
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Peter P. Neuhaus
Gast

Genau so war es gewesen! :-) Danke für diese feine journalistische Zusammenfassung. Hochkarätige Wettbewerbs-Kandidaten, tolles Publikum – jede Menge Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung. Bis 2021!