Den Sommer konservieren

Den Sommer konservieren

Sechs Gläser Erdbeermarmelade. Das ist alles was vom Besuch auf dem Wochenmarkt übrig ist.
Das und ein paar Erinnerungen. Die leckerste Erdbeermarmelade, die es gibt.
Nicht, weil sie selbstgemacht ist, – wobei das natürlich zu erheblichen Geschmacksverbesserungen führt – sondern weil sie auch voll ist mit Erinnerungen.
Die Erinnerung an die Fahrt mit dem Fahrrad, den Wind und die Sonne auf der Haut, die schwüle Wärme schon so früh am Tag, die Mauer an dessen Rand so viele bunte Blumen wuchsen, das Kopfsteinpflaster unter den Turnschuhen, das Brötchen mit Salami, die Apfelschorle, die so erfrischend lecker war, die Mutter vor dem Wurstwagen mit fünf Kindern, die aber nur vier Scheiben Kinderwurst wollte, den Geschmack von Melone, süß und saftig, und den von salziger Nuss und süßem Kokoswürfel, all die Gerüche – Gewürze, Erdbeerduft, Orangen, Fleisch, Fisch, Käse und Blumen -, all die Farben – knallrote Kirschen, lilafarbener Blumenkohl, tiefgrüne Gurken –, der erfrischende Saft aus Banane, Orange und Erdbeere, einen Kuss und die Hand, die meine hielt.
Der ganze Tag ist konserviert in diesen sechs Gläsern. Solange, bis aus dem letzten Glas, der letzte Rest Marmelade gekratzt wird. Dann wird er ersetzt durch neue Marmelade.
Neue Erinnerungen.


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