Namenlos von Nika Sachs

Namenlos | Nika Sachs

Die beiden Protagonisten, die bis zum Ende namenlos bleiben, treffen sich zufällig. Er hängt in seiner Schreibblockade fest, die aber schon viel mehr eine Lebensblockade ist. Sie, schön und klug, kitzelt ihn aus seiner Komfortzone und bringt seine Gehirnwindungen wieder zum Arbeiten. Es entsteht eine tolle Beziehung zwischen den beiden Figuren, und der Versuch das geheimnisvolle, das Spannende so lange wie möglich zu erhalten, in dem sie versuchen es nicht kaputt zu machen durch so etwas Profanes wie Namen.

„Glauben Sie an etwas im Weltall?“, fragt sie leise und noch immer berühren sich die fremden Seelen im Kosmos ihrer Suche nach der Identität des anderen. S. 36

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Ich komme mit

Ich komme mit | Angelika Waldis

Der Himmel ist riesig. Es windet, es rauscht. Man surft, man kitet. Es schreit, es möwt. Man döst, man schäkert. Es flimmert, es schäumt. Der Sand ist weiß.S. 16

Lazy ist jung, Student und verliebt. Und verrückt. Verrückt nach seiner Freundin, verrückt nach dem Leben, dem Abenteuer. Und dann ist Lazy krank und nichts geht mehr. Er flieht, bricht aus, versucht der Krankheit keinen Platz zu geben. Landet letztendlich aber doch wieder zu Hause in der Torstraße, wo die alte Vita neugierig ihre Nase in Lazys Leben steckt. Vorsichtig zwar, aber nicht vorsichtig genug, denn die beiden frühstücken, philosophieren und werden schließlich zu Freunden. Die gemeinsam einen letzten Urlaub machen, bevor sie die letzte große Reise antreten: das Sterben.

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Buch Altes Land von Dörte Hansen

Altes Land | Dörte Hansen

„Macht dich das nicht fertig“, fragte Anne, „dein Name auf dem Grabstein?“
Vera verstand die Frage nicht. „Da werde ich liegen, und das hab ich schriftlich. Gut zu wissen, wo man hingehört.“
Seite 244

Anne muss weg. Weg aus Hamburg Ottensen, wo alles gut zu funktionieren scheint, außer sie selbst. Mit ihrem Sohn flüchtet sie ins Alte Land, wo sie bei ihrer Tante Vera Unterschlupf findet, einst selbst geflüchtete.
Die beiden Damen arrangieren sich. Mit sich selbst, miteinander, den Menschen, mit der Vergangenheit und dem Leben. Vera hilft Anne sich zu fangen und Anne hilft Vera alte Geister zu vertreiben.

Die Figuren kochen oft ihr eigenes Süppchen, machen viel mit sich selbst aus. Um dann festzustellen, andere haben ähnliches erlebt, wissen wie es ist. Manch einer von ihnen ist in der schweren Zeit sogar da und hilft, es auszuhalten.
Neu geerdet werden, sich Wiederfinden trotz der Hoffnungslosigkeit. (Rettungs-)Anker sein, ohne es zu wissen.

Eine Familiengeschichte voller Tragik, so rührend, so liebevoll erzählt, ohne zu bedrücken. Man seufzt, aber man ist nie hoffnungslos.

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Hinterhofleben Maik Siegel

Hinterhofleben | Maik Siegel

Gab es in Deutschland wirklich nicht genug Platz für Flüchtlinge? Und warum war es Menschen nicht erlaubt, ein Land zu betreten? Deutschland hatte keinen König, dem das Land gehörte und der entscheiden konnte, wer dort leben durfte und wer nicht, so wie er entscheiden konnte, wer zu seiner Geburtstagsfeier kam. Wem gehörte das Land? Konnte einem ein ganzes Land gehören? Er hielt das für unwahrscheinlich – niemand war so reich. S. 47

Der Inhalt

Bei der Mieterversammlung der Nummer 68 im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg wird entschieden, dem syrischen Kriegsflüchtling Samih zu helfen und ihn aufzunehmen.
Während die einen nur helfen wollen, ist den anderen wichtig, dass sich nichts ändert. Offene Ignoranz trifft auf vermeintliche Hilfsbereitschaft. Aber nichts ist wie es scheint und die Anwesenheit von Samih zeigt erst die wahren Charaktereigenschaften der Bewohner der Nummer 68. Die Situation bringt jeden Einzelnen von ihnen an ihre Grenzen, stellt sie vor Entscheidungen, die offenbaren, was ihnen wirklich wichtig und heilig ist.

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Wolfgang Herrndorf - In Plüschgewittern

In Plüschgewittern | Wolfgang Herrndorf

Ich habe mal gehört, dass die Haut sich mindestens alle achtundvierzig Stunden erneuert. Also, wenn man jemandem nach ein paar Tagen die Hand schüttelt, hat man schon nicht mehr dieselbe Person zu fassen, und man selbst ist auch nicht mehr dieselbe Person. Nur die Narben bleiben. Kein Charakterzug, keine Erinnerung ist so stabil. S. 126

Endlich mal wieder ein Buch von Wolfgang Herrndorf. Und auch wie die vorangegangenen Bücher, die ich bisher von ihm gelesen habe, hat mir „In Plüschgewittern“ mehr als gefallen.

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Ich und die Menschen Matt Haig

Ich und die Menschen | Matt Haig

„Ich liebe dich“, sagte sie.
Und in diesem Augenblick verstand ich den Sinn der Liebe.
Der Sinn der Liebe war: Sie half dir beim Überleben. S. 266

Eine außerirdische Lebensform kommt als Mensch getarnt auf die Erde, um Wissen zu eliminieren, für das die zu Gewalt und Hass neigende Menschheit noch nicht bereit ist.
Kann der Mensch doch eins am besten: sich selbst und den Planeten Erde kaputt machen.
Auf arrogante und idiotische Weise. Problematisch wird es nur, wenn man plötzlich erkennt, dass nicht alles schlecht ist, was die Menschen tun …

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