Animorphs Re-Read

Animorphs Re-Read

Animorphs. Neben Harry Potter die Buchreihe, die mich in meiner Jugend begleitet hat und vielleicht sogar am meisten beeinflusst. Nichts hat mich so begeistert, wie die Gruppe Jugendlicher, die gegen eine außerirdische Invasion kämpft. An nichts habe ich Jahr um Jahr so zurückgedacht und mich erinnert, wie an diese Buchreihe. Sagen wir wie es ist: Ich bin ein Animorphs-Fangirl durch und durch.

Eine meiner ersten Erinnerungen an das Internet ist, wie ich die Seite des Verlags aufsuche und über das Kontaktformular nachfrage, wann denn endlich der nächste Teil kommt, nur um dann die erschütternde Antwort zu erhalten, dass sie im Deutschen nicht fortgeführt wird.
Da stand ich also, allein, keine Animorphs mehr, mein Englisch nicht fit genug, um mich an die Originale zu wagen und lebte damit, nie zu erfahren, wie es um Jake, Marco, Cassie, Rachel, Tobias und Ax weitergeht.

Gut zwanzig Jahre später habe ich einen E-Reader und re-reade die Reihe nun doch auf englisch (Auslandsaufenthalt und Englischverbesserung sei Dank!). Vom Beginn an und ganz bis zum bitteren Ende (soweit ich hörte).

Hier sammle ich meine Gedanken pro Band. Da in zwanzig Jahren jeder die Chance hatte die Bücher zu lesen, werde ich auf Spoilerwarnungen verzichten und einfach raushauen, was mir so durch den Kopf geht. Da ich zudem auf englisch lese und mein Gehirn nicht mehr alle deutschen Entsprechungen weiß, werde ich einfach die englischen Begriffe nutzen. Ich hoffe, ihr seht es mir nach.

Los geht’s.

Band 1 | Band 2

Band 1 – The Invasion

(erzählt von Jake)
Den Band nutze ich, um kurz alle abzuholen, die wirklich noch nie von den Animorphs gehört haben. (Schämt euch!)
Fünf Jugendliche – Jake, Marco, Cassie, Rachel und Tobias – sind auf dem Weg nach Hause, als sie vom Besuch eines Raumschiffs aufgehalten werden. Yay, so weit, so cool. Leider bringt der andalitische Prinz Elfangor keine guten Neugikeiten. Er liegt im Sterben, warnt die Jugendlichen vor den Yeerks, die dabei sind unbemerkt die Erde zu infiltrieren. Als letzte Hoffnung im Kampf gegen diese außeridische Invasion übergibt der Print den Jugendlichen die Kraft des Morphens, also die Möglichkeit, sich in jedes Tier zu verwandeln, dessen DNA sie zuvor übernommen haben. Der Gegenspieler lässt sich auch noch kurz blicken: Visser Drei. Befehlshaber über die Übernahme der Erde, der einzige Yeerk, dem es je gelungen ist einen Andaliten zu übernehmen (die ebenfalls morphen können) und ein wahrer Sonnenschein. Seine Hobbys: andalitische Rebellen jagen und töten, töten, töten.
Soweit zu den wichtigsten Infos.

Ich dachte, ich kann mich ganz gut an die ersten Bücher der Reihe erinnern. Immerhin habe ich sie unzählige Male gelesen. Aber nix da!
Der erste Band überschlägt sich quasi vor Ereignissen. Die Jugendlichen werden in eine ausweglos scheinende Situation geworfen, ebenso wie die Leser:innen. Immer wenn man denkt, schlimmer geht es doch jetzt nicht mehr, wird noch einer drauf gesetzt.
Es beginnt mit ums Überleben rennen, entdecken, dass der eigene Bruder ein Controller ist (ein von einem Yeerk übernommener Mensch), herausfinden, dass auch der stellvertretende Schulleiter mit drin steckt. Heavy Stuff schon bis dahin.
Aber damit noch lange nicht genug. Die fünf beschließen dem entdeckten Yeerkpool einen Besuch abzustatten und Jakes Bruder vor den Yeerks zu retten.
Und die Szenerie in diesem unterirdischen Yeerkpool, sie ist bedrückend, erschreckend, brutal. Da Yeerks alle drei Tage ein Bad in einer „Suppe“ von ihrem Heimatplaneten nehmen müssen, tritt man ein in eine Vorhölle aus Hilferufen und vollgestopft mit Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.
Und natürlich, wir reden hier von fünf Kids gegen eine imperische Invasion, geht alles schief. Die fünf kommen nur knapp mit dem Leben davon. Tom (der Bruder) bleibt ein Controller, Cassie wird beinahe selbst einer.
Aber weil das noch nicht hoffnungslos genug ist, bleibt einer der fünf auch noch in seinem Morph stecken und muss fortan als Bussard weiterleben, da er das Zeitlimit von zwei Stunden für einen Morph überschritten hat.

Und das ist so ziemlich der erste Band. Vergesst Zuversicht, vergesst Hoffnung, vergesst Mut. Der erste Band lässt einen einfach nur erschüttert zurück.
Damals wusste ich das noch nicht zu schätzen, jetzt weiß ich, dass mir genau das gefällt. Das eben nicht alles schön geredet wird. Dinge gehen schief, fünf Kids können nicht einfach mal eben so die Welt retten, Menschen werden verletzt und sterben. Dramatik, Brutalität und ständige Angst sind von nun an an der Tagesordnung und ein Happy End ist erstmal nicht in Sicht.

Band 2 – The Visitor

(erzählt von Rachel)
Well …
Alles ganz schön aussichtslos. Was sollen fünf Kids schon anrichten gegen die Yeerks?
Band 1 hat gezeigt, dass drauf losstürmen nicht die beste Idee war. Darum versuchen die fünf es in Band 2 etwas besonnener. Erstmal den Vize-Schulleiter ausspionieren. Der scheint ein großes Tier zu sein in einer Organisation, genannt The Sharing, die zukünftige Controller anwirbt. (Mega gruseliger Verein by the way! Wirkt nach außen irgendwie wie eine Pfadfindergruppe oder sowas, aber alles ist irgendwie zu gut, zu perfekt, zu grandios.)
Und wie schon im ersten Band als Jake seine persönlichen Gründe bekam, um gegen die Yeerks zu kämpfen (seinen Controller-Bruder Tom), kriegt auch Rachel jetzt einen persönlichen Impuls.
Melissa, die Tochter des Vize-Direx, ist eine gute Freundin. War sie jedenfalls immer. Aber in letzter Zeit ist sie merkwürdig. Ist sie vielleicht auch ein Yeerk?

Rachel schleicht sich als Katze in das Haus von Melissa und ihrer Familie. Sie findet heraus, warum ihre Freundin nicht mehr dieselbe ist und erfährt auch, dass der Vize-Direx in direktem Kontakt zu Visser Drei steht.
Rachel hofft etwas herauszufinden im Gespräch vom Vize-Direx Chapman und Visser Drei. Tut Rachel auch, blöderweise, entdeckt Visser Drei die Katze aber und will, dass sie getötet wird. Schön blöd.
Und wieder endet alles sehr hektisch und dramatisch. Und knapp! Die Autorin macht es den Nerven der Leser:innen wirklich nicht leicht. Immer ist man kurz vorm Durchdrehen, weil man denkt „wie sollen die das denn jetzt noch schaffen?!?!!“.

Bei diesem Band fällt mir das erste Mal wieder so richtig auf, wie toll ich es finde (und damals schon fand), wie das Morphing und das Handling mit dem Tierverstand beschrieben wird. Man morpht nicht einfach und ist eine Katze, sondern man teilt sich den Körper mit den Instinkten der Katze. Und eine Katze findet es unglaublich langweilig etwas Geruchloses wie das Hologramm von Visser Drei anzustarren. Ich finde das wirklich toll gemacht und das funktioniert auch heute noch sehr gut für mich. Überhaupt wirkt die Reihe bisher kein Stück eingestaubt und ich empfinde sie als zeitlos.


Auch Diana von Lese Welle macht einen Re-Read der Animorphs-Reihe.

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