Hinterhofleben Maik Siegel

Hinterhofleben | Maik Siegel

Gab es in Deutschland wirklich nicht genug Platz für Flüchtlinge? Und warum war es Menschen nicht erlaubt, ein Land zu betreten? Deutschland hatte keinen König, dem das Land gehörte und der entscheiden konnte, wer dort leben durfte und wer nicht, so wie er entscheiden konnte, wer zu seiner Geburtstagsfeier kam. Wem gehörte das Land? Konnte einem ein ganzes Land gehören? Er hielt das für unwahrscheinlich – niemand war so reich. S. 47

Der Inhalt

Bei der Mieterversammlung der Nummer 68 im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg wird entschieden, dem syrischen Kriegsflüchtling Samih zu helfen und ihn aufzunehmen.
Während die einen nur helfen wollen, ist den anderen wichtig, dass sich nichts ändert. Offene Ignoranz trifft auf vermeintliche Hilfsbereitschaft. Aber nichts ist wie es scheint und die Anwesenheit von Samih zeigt erst die wahren Charaktereigenschaften der Bewohner der Nummer 68. Die Situation bringt jeden Einzelnen von ihnen an ihre Grenzen, stellt sie vor Entscheidungen, die offenbaren, was ihnen wirklich wichtig und heilig ist.

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Väterland Christophe Léon

Väterland | Christophe Léon

Seit einem Jahr müssen Personen desselben Geschlechts, die sich in der Öffentlichkeit küssen, mit sechs Monaten Gefängnis und einer Strafe von mehreren Tausend Euro rechnen. Aber die Situation ist eindeutig genug, der Notar begreift sofort, wo er die zwei suspekten Männer einzuordnen hat.
„Ich bin Anwalt und ich habe immer wieder gegen diese Leute prozessiert. Wenn sie anfangen, von Liebe und Freiheit zu faseln, ach was, welch schönes Märchen! Ich antworte mit Recht und Gesetz. Wenn wir ihre Ehen auch noch nicht rechtlich annullieren können, so werden wir uns wenigstens vor ihnen schützen, indem wir sie in gewissen Einrichtungen oder Aufnahmelagern sammeln. Es gibt überhaupt keinen triftigen Grund, das Gesetz nicht anzuwenden. Ihre eigenartigen Verbände, die sie verteidigen, sollen ruhig versuchen, uns einzuschüchtern und Himmel und Hölle in Bewegung setzen. Wir lassen usn davon nicht beeindrucken. Demokratie bedeutet, das Mehrheitsprinzip anzuwenden und die Vernunft. Unsere Mitbürger wollen nichts mit ihnen zu tun haben, das ist gesunder Menschenverstand. Das Recht ist für alle gleich. Mich persönlich widern sie an. […]“ S. 51

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